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Tourbericht 006 - 02.05. bis 10.05.2011 |
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Donnerstag, den 12. Mai 2011 um 07:44 Uhr |
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Der Frühling lässt auf sich warten als wir die Masuren Anfang Mai erreichen. Temperaturen von 5°C tagsüber, Regen- und Graupelschauer erwarten uns. Die Masuren sind eine leicht hügelige, waldreiche Seenplatte im Nordosten Polens. Flüsse und Kanäle verbinden viele Seen miteinander und sind somit ein ideales Wassersportgebiet. Eigentlich haben wir eine mehrtägige Kajaktour vor. Doch bei diesem Wetter? Wir entschließen uns erst einmal fürs Wandern. Da kühlt man nicht so schnell aus. Entlang des gut markierten „Roten“ Weitwanderweges, welcher an der Westseite der Großmasurischen Seen von Pisz im Süden nach Wegorzewo im Norden führt, unternehmen wir einige Tages- und Zweitagestouren. Es ist ein gutes Gefühl nach den letzten Tagen wieder Schritt für Schritt seine Umwelt zu erleben, den Rucksack geschultert zu haben. Durch Kiefern- und Mischwälder führen die Sandwege. Kleine Bauernhäuser liegen idyllisch am Wegrand. In den Vorgärten blühen die Obstbäume und Störche brüten hoch oben auf dem Giebel oder einem Mast. Birken, Erlen und Linden treiben frische grüne Blätter. Die Eiche lässt noch auf sich warten. Am Waldboden blühen Buschwindröschen und die Heidelbeersträucher leuchten hellgrün in der Sonne. Immer wieder der Ausblick auf einen See. Es gibt sumpfige Gebiete und kleine Moore. Hier betreiben Biber teilweise einen regelrechten Kahlschlag und legen ihre Burgen an. Für die Nacht finden wir ein kleines „Pole Biwakowe“ in irgendeiner Bucht am See, wo wir das Zelt aufbauen. Jetzt im Frühling, wo alles erwacht ist es für uns ein Genuss so durch die Landschaft zu wandern. Im Sommer könnte es dagegen zu Fuß vielleicht etwas zu eintönig sein. Da wäre dann wohl schon das Rad ein besseres Fortbewegungsmittel um die Natur der Masuren abseits der größeren Touristenorte, Segelhäfen und Ausflugsbootsfahrt zu erkunden. Und mit dem Rad auf Sandwegen, welche wohl auch manchmal etwas tiefer sind, kommt bestimmt keine Langeweile auf.
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Mit steigenden Temperaturen und Sonnenschein fahren wir auch noch Kajak. Vom Jezioro Krutynskie über Krutyn paddeln wir bis Ukta. Weiter ist zur Zeit leider nicht möglich, da der Fluß Krutynia im folgenden durch Brutreservate von Wasservögeln führt, welche im Frühjahr nicht zugänglich sind. Doch schon dieser Tag auf dem Wasser ist ein Erlebnis. Die Krutynia führt durch ein urwüchsiges Gebiet. Nicht nur am Ufer stehen die Bäume dicht. Auch gilt es immer wieder den umgestürzten Bäumen und Ästen im Fluss auszuweichen. Wie müssen sich hier auf dem Fluss in der Sommersaison die Menschen tummeln. Immerhin gibt es allein im kleinen Dorf Krutyn 1500 Kajaks im Verleih, welche an Wochenenden schnell ausgebucht sind. Da sind wir schon froh heute fast vollständig alleine hier zu paddeln. Der Flusslauf schlängelt sich dahin. Graureiher lassen sich beobachten. An einer Mühle tragen wir das Kajak um und kurz vor Ukta wird die Landschaft offener. Im Schilfgürtel brüten Enten und Schwäne. Bei den Schwänen ist Vorsicht geboten. Sie verteidigen ihr Revier gegen uns Eindringlinge mit gespreizten Flügeln und einem vorgestreckten Fauchen. Wir paddeln schneller um kampflos davonzukommen. Als wir gerade unser Ziel für heute erreichen, schiebt sich eine neue Regenfront über das Land. Doch sie ist zum Glück nur von kurzer Dauer und schon am nächsten Abend sitzen wir am Jezioro Rynackie und schauen in den Sonnenuntergang über dem See.
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